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Die hiesige Währung ist der Guaraní. 5.000 Gs entsprechen etwa 1 US$ (Juli 2009).
Paraguays Bruttoinlandsprodukt wuchs 2008 um 5,8% und setzte damit den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Allerdings stehen die starke Abhängigkeit von der Landwirtschaft und das schwierige Investitionsklima einer Stärkung der Industrie nach wie vor im Wege. Die ausländischen Direktinvestitionen halbierten sich im Vergleich zu 2007. Trotz des Reformwillens der seit August 2008 amtierenden Regierung bleiben Rechtssystem und Verwaltung mangelhaft.
Paraguay ist ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland mit einer Marktwirtschaft, die von einem großen öffentlichen Sektor in Form einer personalintensiven Staatsverwaltung und großer Staatsmonopolbetriebe sowie von einem beträchtlichen informellen Sektor bestimmt ist. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von rund 2000 US$ ist Paraguay ein vergleichsweise armes Land. Knapp die Hälfte der Paraguayer lebt unter der internationalen Armutsgrenze, ein Viertel sogar in absoluter Armut, die teilweise von der Subsistenzwirtschaft in ländlichen Gebieten abgemildert wird. Eine hohe Geburtenrate von über 2% verschärft die Situation. Ferner weist Paraguay starke ökonomische Ungleichgewichte auf. Eine Verringerung der extremen sozioökonomischen Gegensätze ist allenfalls langfristig zu erwarten. Voraussetzung hierfür ist auch eine deutliche Verbesserung des Investitionsklimas, das bisher von Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung und einem mangelhaften Rechtssystem geprägt wird. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verzeichnet seit Ende 2003 einen stabilisierten, wenngleich verhaltenen Aufwärtstrend im makroökonomischen Bereich. Das BIP belief sich auf rund 11,2 Mrd. US$, was ein Wachstum um real 5,8% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Schwerpunkt bleibt die Landwirtschaft, deren Erträge stark von Klimafaktoren und Weltmarktpreisen abhängen. Die Industrie entwickelt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Folglich hat das Wirtschaftswachstum bislang kaum positive Arbeitsmarkteffekte gebracht.
Das Investitionsklima darf trotz erheblicher Anstrengungen seitens der Regierung als unbefriedigend bezeichnet werden. Verwaltung, Justiz und Polizei arbeiten oftmals ineffizient, schwerfällig und intransparent. Nach Angaben der Zentralbank flossen 2008 Direktinvestitionen im Wert von 116 Mio. US$ nach Paraguay, das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Halbierung. Hinderlich sind außerdem die schlechten Verkehrsverbindungen des Binnenlandes sowie die berufliche Ausbildung der Bevölkerung. Das BIP pro Kopf lag 2008 bei rund 2.000 US$. Jedoch verteilen sich 60% des Gesamteinkommens auf das reichste Fünftel der Bevölkerung, während das ärmste Fünftel lediglich 3% des Gesamteinkommens erhält. Rund 16% der Erwerbstätigen haben ein Einkommen von 1 US$, 33% von 2 US$ pro Tag. Die Arbeitslosenquote liegt offiziell bei 10%, die Zahl der Unterbeschäftigten dürfte bei 20% liegen. Die Dunkelziffer informeller Beschäftigungsverhältnisse ist hoch und beträgt Schätzungen zufolge bis zu 50%.
Die registrierten Exporte Paraguays beliefen sich 2008 auf 4,43 Mrd. US$ (2007: 3,37 Mrd. US$). Die Importe lagen bei 8,47 Mrd. US$ (2007: 6,5 Mrd. US$). Begünstigt durch die Dollarschwäche wurden vor allem Landmaschinen, elektrische Geräte, Fahrzeuge sowie Treib- und Schmierstoffe vermehrt importiert. Das Handelsbilanzdefizit bleibt damit hoch. Experten halten diese Entwicklung nicht unbedingt für besorgniserregend. Das Defizit werde zu einem großen Teil durch Kapitalzuflüsse aus den beiden binationalen Wasserkraftwerken (2008 circa 800 Mio. US$) und durch Überweisungen von im Ausland lebenden Paraguayern (2008 rund 680 Mio. US$) gedeckt. Außerdem dienten die importierten Waren zur Modernisierung der heimischen Produktion, was langfristig positive Effekte erzeugen könnte. Vorläufigen Berechnungen zufolge schloss die Leistungsbilanz 2008 mit einem Plus von 1,9% des BIP. Herausragende Handelspartner sind die Mercosur-Vollmitglieder (insgesamt knapp 50% der Exporte).
Paraguay hat das Jahr 2008 nach vorläufigen Angaben mit einem neutralen Haushaltssaldo abgeschlossen. Die Regierung bekämpft die traditionelle Steuerflucht mit zunehmendem Erfolg. Die neue Administration setzt damit die Richtung der vergangenen Jahre fort. Einen wichtigen Teil der Einnahmen machen Abführungen (Royalties) der beiden großen binationalen Wasserkraftwerke Itaipú und Yacyretá aus. Die darauf beruhenden Einnahmen der Regierung stellen etwa 6% des BIP dar. Zum Vergleich: Die Steuereinnahmen machen 13% des BIP aus. Die seit 2005 geplante Einführung einer persönlichen Einkommensteuer (Impuesto a la Renta Personal, IRP) erfolgte zum 1.1.09. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass das Parlament die Einführung wieder rückgängig macht. Derzeit gilt, dass Erwerbspersonen mit einer Einkommensteuer von 10% auf den Teil des Jahreseinkommens veranlagt werden, der 120 Mindestlöhne übersteigt (umgerechnet rund 24.000 Euro). Dies betrifft nach Schätzungen des Finanzministeriums etwa 10.000 Personen, also weniger als 0,2% der Bevölkerung. Die Steuer wird auf der Basis von entsprechenden Meldungen der Steuerpflichtigen erhoben. Durch eine schrittweise Reduzierung der Einkommensgrenze auf 36 Mindestlöhne pro Jahr (derzeit rund 7.200 Euro) im Jahr 2016 soll sich die Gruppe der Steuerpflichtigen deutlich erhöhen. Der Staat wird durch die IRP seine Einnahmen allenfalls langfristig spürbar erhöhen können. Die Diskussion zeigt exemplarisch, wie schwierig in Paraguay auch selbstverständlich anmutende Reformen voranzubringen sind.
Die Zentralbank (Banco Central del Paraguay) kann lediglich sehr eingeschränkt als unabhängig bezeichnet werden. Vielmehr nimmt sie laut Verfassung in Übereinstimmung mit der Wirtschaftspolitik der Nationalregierung an der Formulierung der Geld-, Kredit- und Wechselkurspolitik teil. Die zahlreichen Spar- und Kreditgenossenschaften, die anders als viele Banken das Vertrauen ihrer Mitglieder genießen, konnten sich bisher einer staatlichen Bankenaufsicht weitgehend entziehen. Die Genossenschaften verwalten mit fast 1 Mrd. US$ rund 14% aller Publikumseinlagen.